Gemeinsam mit Kindern auf Entdeckertour

Dass ein Kirchenraum mehr als lediglich Teil eines historischen Gebäudes ist, weiß jede und jeder nachzuvollziehen, der sich auf das Besondere dieses sakralen Umfeldes einlässt, der sich Zeit und Ruhe nimmt, zu erleben, zu erfahren und zu entdecken.
Ein Kirchraum "atmet", birgt Spuren vergangener Zeiten, vermittelt etwas über die Menschen, die an diesem Ort ihren Glauben und der Gotteserfahrung Ausdruck gegeben haben. Kirchliche Bereiche sind voller Symbolsprache. Sie zu entschlüsseln ist nicht nur spannend, sie öffnet ganz neue Dimensionen der Spurensuche.
Kirchenpädagogik will Menschen einen Weg bahnen, auf dem den wertvollen Momenten spiritueller Nähe "kindgerecht" nachgegangen werden kann.
Viele Methoden in der Kirchenpädagogik versuchen auf ganzheitlich sinnlicher Weise einen Zugang zu schaffen, um den Ort mit all ihren Einrichtungen zu erkunden.
Es gilt, den Wesensmerkmalen nachzuspüren. Steine werden mit "Leben" gefüllt...
Da vielen Kindern Innenräume der Kirchen mitunter fremd sind oder oftmals nur eine flüchtige oberflächliche Begegnung vorausgesetzt werden kann, ist eine fachkundige Begleitung wichtig und förderlich.
Die landeskirchliche Arbeitsstelle "Kirche mit Kindern" berät gern, vermittelt Modelle der Kirchenerkundung und hilft beim Entwickeln kirchenpädagogischer Projekte. Mitunter ist auch eine beratende, unterstützende Begleitung vereinbar.
Kinder entdecken ihre Kirche
Erwartungsvoll standen nahezu 30 Kinder am Donnerstag, 15. April 2010 nachmittags vor dem Haupteingang der Ev.-luth. St. Thomas Gemeinde in Wolfenbüttel, um mit Diakon Klaus-Dieter Braun gemeinsam auf den Spuren des „Ostergeheimnisses“ zu wandeln.
Dabei wurden alle Sinne angesprochen. Mit spannenden Aktionen und vielfältigen Zugängen ließen sich die Kinder gern durch den sakralen Bereich der Gemeinde führen. Mittels der Gestaltung mit Legematerialien, der Einrichtung von Standbildern, sinnlichen musikalischen Phasen aber auch bildnerisch kreativen Angeboten wurde vermittelt: die St. Thomas-Kirche ist nicht nur ein moderner Kirchbau, sie ist eine Auferstehungskirche! Besonders wird dies an dem Tryptychon, der über dem Altar schwebend als Blickfang angebracht ist, deutlich. Hier verweilten die Kinder und erlebten auf ungewohnte Weise zwei Auferstehungserzählungen aus dem Johannesevangelium: die Geschichte des ungläubigen Thomas und der Maria Magdalena, die in der Begegnung des vermeintlichen Gärtners Jesus erkennt.
Ostern ist eine Sache des persönlichen Glaubens... Mit solchen Eindrücken bereichert verließen die kleinen Besucherinnen und Besucher fröhlich den Kirchraum. An der "Oase" im Flurbereich begann die Entdeckungsreise, hier endete der Durchlauf auch. Alle Kinder nahmen als gedankliche Brücke an diesen Tag einen Schmetterling - ein altes Symbol der Auferstehung Christi - mit nach Hause, dazu einen "Tautropfen" in Form eines kristallklaren Muggelsteines.
St. Thomas ist die erste Station eines interessanten kirchenpädagogischen Projektes in der Propstei Wolfenbüttel, als Kooperationsmodell der Landeskirchlichen Arbeitstelle „Kirche mit Kindern“ und des Evangelischen Propsteijugenddienstes Wolfenbüttel. Die große Resonanz hat Mut gemacht, weitere kirchenpädagogische Einheiten für Kinder im Grundschulalter anzubieten, was wir auch im Jahr 2013 wieder tun wollen.




